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450px-Gedenktafel anläßlich der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Deutschen Museum.jpg

Gedenktafel Gründung DGB


Hervorgegangen aus den europäischen Arbeiterbewegungen, ist eine Gewerkschaft eine auf freiwilliger Basis errichtete privatrechtliche Vereinigung von Arbeitnehmern, die als satzunggemäße Aufgabe den Zweck der Wahrnehmung und Förderung der wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder verfolgt, welche gegnerfrei, in ihrer Willensbildung strukturell unabhängig von Einflüssen Dritter und auf überbetrieblicher Grundlage organisiert ist und Tariffähigkeit, das heißt die rechtliche Fähigkeit besitzt, die Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder tarifvertraglich mit normativer Wirkung zu regeln (lt. Beschluss des Bundesarbeitsgerichtes vom 19.09.2006).

Sie setzen sichim Generellen für die Interessen, Rechte und Ziele der Arbeitnehmer ein - darunter höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und - verkürzungen, mehr Mitbestimmung, sowie traditionell für eine weitgehende Gesellschaftsänderung.

Gewerkschaften schließen mit Arbeitgeberverbänden überbetriebliche Tarifverträge ab, führen Lohnkämpfe und rufen gegebenenfalls zu Streiks und Boykotts auf.

Im Gegensatz zur Unternehmensführung, welche jedes Jahr hohe Gewinne erwirtschaften will, versuchen die Gewerkschaften einen möglichst großen Teil der Unternehmensgewinne an die Belegschaft zu verteilen; meist in Form von Lohnerhöhungen und Investitionen in bessere Arbeitsbedingungen.

Hierbei spielt das Machtgefüge zwischen Gewerkschaft und Unternehmensführung eine zentrale Rolle, da es keine "richtige" Aufteilung der Gewinne an sich gibt.

DeutschlandBearbeiten

Organisiert sind Gewerkschaften oftmals als e.V. und gelten daher als juristische Person des Privatrechts. Ist dies nicht der Fall werden diese dennoch als rechtsfähige Personenvereinigungen behandelt.

Der größte deutsche Dachverband für Gewerkschaften ist der DGB - Deutsche Gewerkschaftsbund. Sie deckt 84% alle wirtschaftlichen Bereiche ab und vereint 84% aller deutschen Gewerkschaftler. Zur DGB gehören:

  • IGM - IG Metall
  • ver.di - Vereinte Dienstleistungsgesellschaft
  • IG BCE - IG Bergbau, Chemie, Energie
  • IG BAU - IG Bauen-Agrar-Umwelt
  • NGG - Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
  • EVG - Eisenbahn- & Verkehrsgewerkschaft
  • GEW - Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
  • GDP - Gewerkschaft der Polizei

RechtBearbeiten

Gewerkschaften gelten als sozialpolitische Koalitionen und stehen somit unter dem besonderen Schutz der grundgesetzlich gewährleisteten Unabdingbarkeit des Rechtes auf die Bildung von Vereinigungen zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen.

Abreden zur zur Einschränkung oder Behinderung dieses Rechtes sind folglich nichtig und rechtswidrig (Art. 9, Abs. 3 Grundgesetz).

DisputeBearbeiten

Oftmals argumentieren Gewerkschaften auf Grundlage nachfrageorientierter Wachstumsmodelle für ihre Position. Das bedeutet, dass Lohnforderungen auch für eine Umverteilung des Produktivitätsfortschritts sorgen und somit die Massenkaufkraft erhalten bleibt, welche als Voraussetzung für einen stabilen Binnenkonsum gilt.

Die häufigst anzutreffende ökonomische Richtung unter Gewerkschaftlern ist die des Keynesianismus. Krisen auf dem Arbeitsmarkt gingen hierbei ungleich verteilte Produktivitätszuwächse zurück - der Markt könne somit nicht das erhöhte Produktionspotential und folglich auch nicht die Binnennachfrage bedienen. Lohnkosten seien deshalb nicht zu hoch, sondern die Löhne zu niedrig.

Gegenargumente darauf beziehen sich zumeist auf die Verlagerung der Standorte. Unternehmen, die diese flexibel in Niedriglohnländer verlegen könnten, schreckten hohe Stundenlöhne ab. Die Lohnsituation in Niedriglohnländern kann sich jedoch rapide verändern. Chinesische Löhne steigen jährlich um bis zu 10%, weshalb heimische Unternehmen Produktionsketten kontinuierlich z.B. nach Vietnam oder Myanmar verlagern.

So seien in Deutschland durch die Verlegung zahlreicher Automobil-Werke nach Osteuropa zahlreiche Arbeitsplätze verloren gegangen. Schweden, ein Land mit hoher Produktivität und niedrigeren Lohnkosten, blieben Arbeitsplätze hingegen erhalten. Dass sich in Schweden die Lohnkosten aber innerhalb der letzten Dekade um das Vierfache des deutschen Wertes erhöht haben, ist ein häufiger Gegenkritikpunkt.

Schwächung der GewerkschaftenBearbeiten

In den letzten Jahrzehnten erlitten die Gewerkschaften einen erheblichen Mitgliederschwund. Gründe, die hierfür genannt werden, beziehen sich auf eine gesellschaftliche Tendenz sich zu individualisieren, schrumpfende Betriebsstrukturen, Verringerung von industriellen Arbeitsplätzen zu Gunsten des Dienstleistungsbereichs, aber auch der Führungsstil der Gewerkschaften, Korruptionsaffären. Ebenso spielt hier die Unzufriedenheit der Mitglieder mit den Ergebnissen bei der Durchsetzung von Entgelterhöhungen eine Rolle.

Von dieser Entwicklung sind die meisten westlichen Staaten. Mit Ausnahme der skandinavischen Staaten sowie Belgien.

In Deutschland fiel von 1980 bis 2000 der Organisationsgrad von Arbeitnehmern prozentual um 12,6 Prozentpunkte (von 34,2% auf 21,6%).

WeblinksBearbeiten

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